
Schönbrunn 1878
- München 1971
Der Künstler Willi Geiger, auch "Willy Geiger" geschrieben, wird
am 17. August 1878 in Schönbrunn bei Landshut geboren. Geiger erhält
seine Ausbildung von 1902 bis 1905 an der Münchener Akademie bei Franz
von Stuck und Peter Halm. Schon früh tritt Willi Geiger im Jahr 1903
mit der Tuschzeichnungs-Serie "Seele" und im Jahr 1904/05 mit dem
Radierzyklus "Liebe" hervor. Der junge Künstler erhält für seine
Leistungen den Staatspreis und das Schackstipendium, das ihm zwei
Schaffensjahre in Spanien und Italien ermöglicht. Geiger nutzt die
Möglichkeit und reist nach Nordafrika. Seine im Jahr 1905/06 in
Rom entstandenen Werke provozieren wegen ihres satirisch-sexuellen
Inhalts einen Skandal bei ihrer Veröffentlichung.
Der Künstler kehrt nach München zurück und widmet sich der Gestaltung
von Exlibris, Buchschmuck und Illustrationen. Im Jahr 1909/10 erhält
Geiger den Villa Romana Preis. Nochmals kehrt er kurzzeitig im Jahr
1912 nach Spanien zurück und widmet sich dort den Stierkämpfen. Die
Zeit vor dem Krieg, lebt und arbeitet der Künstler in Berlin. Im Jahr
1914 veröffentlicht der Künstler Willi Geiger der deutschen
Kriegseuphorie verpflichtete Serien zum Kampfgeschehen. Auch er selbst
zieht in den Krieg gegen Frankreich, wird dort aber schnell von
der grausamen Realität ernüchtert. Zu diesem Zeitpunkt beginnt Geiger
vermehrt zu malen, insbesondere Portraits. Geigers wechselnder Stil
zwischen Impressionismus und linearer Ornamentik, ändert sich nun und
wendet sich dem Expressionismus zu. Die Kriegserlebnisse haben den
Künstler psychisch geschädigt, Geiger braucht Frieden Ruhe und
Zeit um in München zu einem normalen Leben zurück zu finden.
In den Jahren 1921 bis 1923 unterrichtet Geiger an der Münchener
Kunstgewerbeschule die Aktzeichnenklasse. Anschließend zieht es den
Künstler wieder nach Spanien. Willi Geige wird 1928 an die Staatliche
Akademie in Leipzig berufen. Fünf Jahre später wird ihm aufgrund seiner
Opposition zum Nationalsozialismus gekündigt, gute Beziehungen
ersparten dem Künstler weitere Verfolgung. Geigers Werke werden
offiziell als entartet angefeindet und der Künstler zieht sich folglich
auf einen Bauernhof am Chiemsee zurück. Dort malt er weiter
expressionistische Bilder und hat die Möglichkeit, immer wieder
nach Spanien zu reisen. Nach dem Krieg wird Geiger Professor für
Malerei an der Münchener Kunstakademie. 73jährig geht er in den
Ruhestand, malt aber unermüdlich weiter. Der Maler Willi Geiger stirbt
am 11. Februar 1971 mit 94 Jahren in München.